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Mitochondriale Mutationen und wie man sie unschädlich macht.
Die Maschinerie des Mitochondriums ist in unseren
Zellen für die Chemie der Atmung zuständig. Das heisst, es lässt
Sauerstoff chemisch mit energiereichen Substanzen aus unserer Nahrung
reagieren und produziert dadurch Kohlendioxid und Wasser (die wir ausatmen) und
ATP, die "Energiewährung" der Zelle. Deshalb ist
das Mitochondrium ein lebenswichtiger Bestandteil der Zelle. Eine Menge
anderer Bestandteile der Zelle sind aber ebenso lebenswichtig. Also wozu haben wir eine komplette SENS Seite über das Mitochondrium? Die Antwort: Im Gegensatz
zu allen anderen Bestandteilen der Zelle haben die Mitochondrien ihre eigene
DNA. Das bedeutet, sie können auf Grund von Mutationen kaputt gehen. Weil die
mitochondriale DNA von der restlichen DNA der Zelle getrennt ist, brauchen
wir ein spezielles System, um die unausweichliche Anhäufung derartiger
Mutationen zu bekämpfen. Wie üblich haben wir das Glück,
dass die Evolution den größten Teil der Arbeit bereits übernommen hat.
Die Mitochondrien sind sehr kompliziert. Es gibt etwa 1000 verschiedne
Proteine in ihnen, wobei jedes von einem eigenen Gen kodiert wird. Aber fast
alle dieser Gene liegen überhaupt nicht auf der DNA des Mitochondriums! Sie
sind im Zellkern. Die Proteine werden anderswo in der Zelle, ausserhalb des
Mitochondriums gemacht, genau wie alle anderen, nichtmitochondrialen
Proteine. Dann befördert ein komplizierter Apparat namens TIM/TOM Komplex
(Kein Witz!) die Proteine ins Mitochondrium, durch die Membranen hindurch,
die dessen Oberfläche bilden. Nur 13 der mitochondrialen Proteinkomponenten
werden von der mitochondrialen DNA kodiert. Das eröffnet uns
eine wunderbare Möglichkeit: Anstatt die mitochondrialen Mutationen zu
reparieren, können wir sie auch einfach unschädlich machen. Wir können
Kopien von den 13 Genen anlegen und diese auf den Chromosomen im Zellkern
unterbringen. Die Proteine müssten dazu so verändert werden, dass die
TIM/TOM - Maschinerie sie erkennt und importiert. Es ist ziemlich klar, wie
so eine Veränderung aussehen müsste. Wenn die mitochondriale DNA dann
mutiert, so dass eines oder mehrere dier 13 Proteine nicht mehr in den
Mitochondrien gebildet werden kann, würde das nichts mehr ausmachen. Die
Mitochondrien würden immer noch von außen mit genau den gleichen Proteinen
versorgt. Die Gene auf unseren Chromosomen sind viel, viel besser vor
Mutationen geschützt, als die mitochondriale DNA. Desshalb können wir davon
ausgehen, dass die chromosomalen Kopien in fast allen unserer Körperzellen
viel länger funktionieren werden, als eine gegenwärtig normale Lebensspanne dauert.
Dieses Projekt erfordert eine Menge Arbeit, auch wenn es
sich einfach anhört. Wenn wir es der TIM/TOM Maschinerie anschaffen, die
betreffenden 13 Proteine zu importieren, wird sie dabei wohl ein Paar
Schwierigkeiten haben. Es braucht noch Forschungen, bis dieser
Schritt glatt über die Bühne geht. Allerdings gab es innerhalb der letzten
Jahre gute Fortschritte auf diesem Gebiet. Vorträge zu
diesem Thema auf der IABG 10: King
Aubrey de
Grey's Publikationen zu diesem Thema
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