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Wie SENS schnellstmöglich realisiert werden kann

Dies ist eine meiner fünf HGF ("häufig gestellte Fragen") Websites: Es geht um Kritik an meiner Strategie, SENS zu verwirklichen. Bei den anderen HGFs geht es um:

- Generelle Argumente gegen die Glaubwürdigkeit von SENS,
- Fragen darüber, wie lange heutige Menschen welchen Alters leben könnten,
- Argumente, dass SENS schädlich oder unwichtig sei und
- Fragen, wie Sie an SENS mitarbeiten können.
 

Antioxidantien/Meditation/Hormone -- das wird doch reichen, oder nicht? Warum noch komplizierteres Zeug?
Warum propagieren Sie mit Ihren zeitlichen Vorhersagen möglicherweise ungerechtfertigten Optimismus?
Warum sind Sie so fixiert auf Mäuse?
Warum fördern Sie beides: Den Methusalem Maus Forschungspreis und die Forschung und Entwicklung direkt (das IBG)?
Sie würden besser mit den Politikern klarkommen, wenn Sie weniger auf Konfrontationskurs gehen würden.
Interessengruppen werden Sie aufhalten (Regierung/Pharmafirmen/Fundamentalisten/...)
Egal wie weit die Forschung voranschreitet: Den Leuten ist das Altern einfach nicht wichtig.
Auch wenn die Biogerontologen sagen, dass wir es schaffen können, werden es die Leute nicht glauben.
 

Antioxidantien/Meditation/Hormone -- das wird doch reichen, oder nicht? Warum noch komplizierteres Zeug?

Nein, Antioxidantien/Meditation/Hormone werden nicht reichen. All diese Ansätze existieren bereits, und mit ihrem Verkauf wird Geld gemacht. Daher werden die Limitationen dieser Produkte natürlich in einigem Maße heruntergespielt. Die entsprechende Literatur wird ja zum großen Teil von den Leuten geschrieben, die diese Produkte selbst verkaufen. Einige dieser Produkte können in der Tat die Gesundheit merklich verbessern und das ist gut so. Aber nach dem heutigen Stand des Wissens haben diese Produkte keine Chance, uns mehr als ein paar Jahre zusätzlicher Lebensspanne zu ermöglichen. Wir können fast ebenso lange leben, wenn wir lediglich einen vernünftigen Lebensstil zeigen und uns gut ernähren. Das trifft für heutige Produkte zu, ebenso wie für jegliche absehbaren verbesserten Versionen davon.

Andererseits hat es die Pharmaindustrie geschafft, die Öffentlichkeit über  diejenigen Mechanismen des Alterungsprozesses aufzuklären, die angeblich von ihren Antioxidantien u.ä. verlangsamt werden. Viele Leute kaufen diese Produkte gerne, weil sie ein wenig davon verstehen, wie sie angeblich funktionieren. Wenn sie keine Ahnung hätten, würden sie sie vielleicht nicht kaufen. Daher ist es umso wichtiger, das Wissen darüber zu verbreiten, wie das Altern mit  absehbaren Therapien wirklich verlangsamt und vollständig umgekehrt werden kann.

Warum propagieren Sie mit Ihren zeitlichen Vorhersagen möglicherweise ungerechtfertigten Optimismus?

Die Frage, die jeder einzelne Biogerontologe von nicht-Biowissenschaftlern am aller häufigsten gestellt bekommt ist folgende:

Wann werden wir Behandlungsmethoden haben, die unsere Lebensspanne wirklich verlängern?

Die meisten meiner Kollegen weigern sich strikt, diese Frage zu beantworten, weil sie wissen, dass sie keine der möglichen Antworten wissenschaftlich verteidigen können. Daher gehen sie davon aus, dass jede Antwort ein Bruch ihrer besonderen Verantwortung als Wissenschaftler wäre.  Ich würde mit dieser Haltung in allen Gebieten der Wissenschaft übereinstimmen, die nicht medizinisch relevant sind, aber nicht hier: Ich glaube, dass die Leute mit den besten Informationen die Pflicht haben, öffentlich ihre beste Schätzung eines Zeitplanes abzugeben. Die Menschen brauchen diese Schätzungen, um die Entscheidungen ihres Lebens darauf abzustimmen, auch wenn sich alle darüber im klaren sind, dass solche Schätzungen nicht völlig verläßlich sein können. Ich weiß, dass meine gewählten Zeitpunkte nicht felsenfest zu verteidigen sind (außer dem ersten), aber ich glaube nicht, dass das eine Rechtfertigung ist, garnichts zu sagen.

Außerdem können konkrete Zeitpläne vielleicht helfen, die öffentliche Apathie durchbrechen. Die meisten Leute glauben anscheinend, dass wir alle nun mal irgendwann sterben und dass es also nicht viel Sinn macht uns abzurackern, um noch ein paar zusätzliche Jahre herauszuschlagen. Oder meinetwegen auch ein paar zusätzliche Jahrzehnte? Ich bin sicher, dass dies der Hauptgrund ist, warum die meisten Leute hierzulande so wenig auf ihre Gesundheit achten, kein Geld und keine Zeit für das Fitnesstraining haben, oder für Obst und Gemüse, usw. Das alles macht nicht besonders viel Spaß, und wenn das Leben dadurch ein bisschen kürzer wird, na, das ist es eben wert. Desswegen bin ich sehr gesprächig, wenn ich Vorhersagen mache über die wahrscheinliche Geschwindigkeit des Fortschritts im Kampf gegen das Altern und über die Auswirkungen dieser Arbeiten auf unsere Lebenserwartung. (Und lassen Sie uns nicht vergessen, dass es um unsere Lebenserwartung bei bester Gesundheit geht.) Wenn den Leuten mal klar werden würde, wie unermesslich viel sie zu gewinnen haben, indem sie bloß durchhalten, bis diese Therapien verfügbar werden, dann würde ihnen wohl auch klar werden, dass ein paar Zugeständnisse heute sich später gewaltig auszahlen könnten.

Warum sind Sie so fixiert auf Mäuse?

Das ist einfach -- Sie haben vier Eigenschaften, durch die sie zusammengenommen zu der am besten geeigneten Spezies werden. Bei Mäusen werden wir am schnellsten so große Lebensverlängerungserfolge erreichen, dass die Öffentlichkeit überzeugt wird, dass das Altern auch in Menschen besiegt werden kann. Diese Eigenschaften sind: (a) Sie sind billig und waren das auch schon immer, so dass die Biologen eine Menge cooler Tricks entwickelt haben, ihre Gene und anderes zu verändern. Solche Tricks gibt es in vielen anderen Spezies noch nicht. (b) Sie sind herzige Säugetiere und daher  können sich die Leute mehr mit ihnen identifizieren, als mit Fruchtfliegen und ähnlichen. (c) Sie sind so groß, dass wir chirurgische Prozeduren anwenden können, Knochenmarkstransplantate vornehmen können und ähnliches. Bei Fruchtfliegen und Nemathoden geht das nicht. (d) Sie sind nun wirklich nicht gerade langlebig, so dass die anti-Alterungseingriffe ziemlich schnell getestet werden können.

Andere Tiere, die mir sehr attraktiv scheinen sind Katzen und Hunde. Sie sind noch besser als Mäuse in (b) und (c) und sie sind nicht viel schlechter in (d). Außerdem haben sie noch einen weiteren Vorteil: Die Menschen sind ihnen emotional sehr verbunden. In einem Forschungsgebiet hat sich das sozusagen bereits bezahlt gemacht, nämlich beim Kerntransfer oder Klonen: Der Milliardär John Sperling, Gründer der Universität von Phoenix, hat eine Firma namens Genetic Savings and Clone (Genetische Rettungsmaßnahmen und Klonen, GSC) gegründet und finanziert, um Katzen und Hunde zu klonen. Er hat das hauptsächlich gemacht, um seinen eigenen Hund, Missiplicity, zu klonen. Missy war ein paar Jahre zuvor gestorben aber heute haben sie viele ihrer Zellen und vielleicht dauert es nur noch ein Jahr oder so, bis Hunde geklont werden können. Es stellte sich heraus,  dass Katzen einfacher zu klonen sind. GSC macht das heute professionell und verdient zunehmend Geld daran. Diese Firma ist allerdings nicht nur ein Nutznießer des wissenschaftlichen Fortschritts. Sie waren die ersten, die eine Katze geklont haben und es sieht so aus, als würden sie auch die ersten sein, die es mit einem Hund schaffen. Wie dem auch sei, diese Motivation in den Dienst von SENS zu stellen ist wahrscheinlich problematisch, da die entsprechenden Verjüngungstherapien in Mäusen wahrscheinlich noch mindestens 10 Jahre in der Zukunft liegen. Normalerweise denken die Haustierbesitzer nicht so früh über den Alterungsprozess ihrer Lieblinge nach. Das bedeutet aber nicht, dass die Idee zum scheitern verurteilt ist. Ich bin jederzeit offen für Vorschläge auf diesem Gebiet.

Warum fördern Sie beides: Den Methusalem Maus Forschungspreis und die Forschung und Entwicklung direkt (das IBG)?

Die Strategien hinter dem Forschungspreis und dem "Mannhattan Project" sind sehr verschieden. Daher scheint es einigen Leuten fragwürdig, dass ich beide unterstütze. Aber das ist wirklich einfach zu verstehen. Der einzige Grund für den Erfolg des historischen Manhattan Project (die Entwicklung der Atombombe in den USA -- Obwohl das möglicherweise ein sehr verwerfliches Projekt war, ist der strukturelle Vergleich hier hilfreich.) hatte nichts mit der Dringlichkeit der Aufgabe zu tun. Es hatte damit zu tun, dass kein fundamental neuer erfinderischer oder technischer Durchbruch notwendig war. Die amerikansichen Physiker waren 1940 überzeugt, dass die Bombe gebaut werden könnte, und sie waren sich über die generellen Prinzipien im klaren. Alles was noch fehlte war der Wille. (Das ist so ähnlich wie heute mit der kontrollierten Kernfusion) Im Gegensatz dazu war der historische "Krieg gegen den Krebs" ein schändliches Beispiel einiger einflussreicher Wissenschaftler, die ihre Arbeit und ihre Ideen schöngeredet haben. Dadurch haben sie führende Politiker um den Finger gewickelt, ohne dass es irgendeine wissenschaftliche Basis für ihre Behauptungen gab, die diese Bezeichnung wert gewesen wäre. Forschungspreise sind die beste Methode, um Geld und Arbeitskraft für ein Problem zu mobilisieren, WENN es nicht klar ist, wie das Problem gelöst werden kann und daher fundamental kreative Neuerungen nötig sind. Der einzige andere Fall, in dem ein Forschungspreis viel ausrichten kann ist, schätze ich, wenn viel Ruhm auf dem Spiel steht. Dadurch wird das Geld von Philantropen angezogen. In diesem Sinne war der X-Prize (für den ersten privat finanzierten bemannten Weltraumflug) die Ausnahme. Er fiel in letztere Kategorie. Der X-Prize war eigentlich eher eine Menge Manhattan Projects, die nebeneinander liefen, als ein Longitude/Orteig/ect. - Preis. Die Experten hatten alles Wissen. Ihnen fehlte bloss das nötige Geld, bis Paul Allen und andere Milliardäre einsprangen.

Der obige Absatz erklärt, warum ich den zweigleisingen Ansatz verfolge, so schnell wie möglich Geld in den Methusalem Maus Preis zu pumpen und so schnell wie möglich das Institut zu starten. Einfach gesagt: Ich weiß nicht, ob die Entwicklung von Verjüngungstherapien, die gut genug sind um uns auf Fluchtgeschwindigkeit zu bringen, strukturell mit der Entwicklung der Atombombe und des Weltraumtourismus verwandt ist oder eher mit der Erfindung des Chronometers. Die vielen Details der SENS Pläne, die heute schon formuliert sind, vermitteln mir den Eindruck, dass SENS eher mit der Entwicklung der Atombombe verwand ist, aber ich könnte mich täuschen. Wenn es eher wie das Chronometer ist, dann bin ich ZIEMLICH sicher, dass wir das am besten rausfinden, indem wir es wie die Atombombe behandeln und scheitern. Es könnte sein, dass die Todesart dieser Mäuse Dinge aufzeigt, an die ich nicht gedacht habe. Aber das wird Zeit brauchen und es ist DENKBAR, dass inzwischen andere Leute selber loslegen, weil sie versuchen den Preis zu gewinnen. Dabei besiegen sie vielleicht derartige Aspekte des Alterns, ohne dass sie sie notwendigerweise wirklich identifiziert und charakterisiert haben.

Sie würden besser mit den Politikern klarkommen, wenn Sie weniger auf Konfrontationskurs gehen würden

Ich habe ein Problem mit dieser Sorte Ratschlag. Dieser supernachgiebige Ansatz war für die Gerontologie während der letzten 50 Jahre ein katastrophaler Fehlschlag. Wie lange soll eine Strategie denn noch scheitern, bis wir sie mal aufgeben dürfen? Die Politiker werden bestimmt keine heimlichen Gelder hinter dem Rücken der Öffentlichkeit in die Lebensverlängerungsforschung einschleusen. Die Öffentlichkeit muss die Initiative zeigen. (Wie wir die Öffentlichkeit überzeugen ist eine andere Sache, darum dreht es sich weiter unten.)

Wenn es um Lebensverlängerung geht dürfen wir nicht immer nur sagen was wir glauben dass die Leute hören wollen. Wir müssen sagen, was Sache ist. Andernfalls müssten wir hauptsächlich geringfügige Lebensverlängerung propagieren (d.h. schwer machbare und wenig wünschenswerte) und die Machbarkeit extremer Lebensverlängerung herunterreden, so dass die heiße ethische Debatte um die extreme Lebensverlängerung vermieden werden kann. Wir sollten aber keine geringfügige Lebensverlängerung propagieren, weil das Argument der Ungleichheit dagegen spricht. Wenn wir vor der Wahl stehen, das Altern entweder so zu lassen wie es ist, oder ein Paar Jahrzehnte Lebenszeit rauszuschlagen, dann kann man schwerlich behaupten, dass man das Geld in die Lebensverlängerung investieren sollte. Anderswo auf der Welt leben Menschen, deren Lebenserwartung viel kürzer ist, als sie es wäre, wenn das Altern ihr einziges Problem wäre, und denen sollte man zuerst helfen. Nur wenn es um unbegrenzte (oder extrem lange) Lebensverlängerung geht, greift dieses Argument gegen die Forschung nicht mehr gut.

Interessengruppen werden Sie aufhalten. (Regierungen/Pharmafirmen/Fundamentalisten/...)

Die Regierung hat eigentlich nur ein Ziel: Sie will wiedergewählt werden. Das bedeutet, sie kann die Öffentlichkeit auf zwei Arten manipulieren: Sie kann ihr Informationen vorenthalten oder sie kann ihr einreden, dass es noch etwas viel wichtigeres gibt, als der gegenwärtige Streitpunkt. Im Fall der Lebensverlängerung steht der Regierung ganz klar keine dieser beiden Möglichkeiten offen. Abgesehen davon geht es immerhin auch darum, ein Heilmittel für etwas zu verzögern, unter dem auch jedermann in der Regierung leidet... Daher kommen die üblichen Regeln möglicherweise nicht völlig strikt zur Anwendung, egal wie das politische Pokerspiel gerade aussieht.

Die großen Pharmafirmen wurden oft als Feind von SENS dargestellt, weil sie Geld verdienen, indem sie die Leute am Leben, aber gebrechlich halten, so dass sie kontinuierlich Pharmaprodukte kaufen müssen. Das ist aber kein Problem für SENS, weil die Menschen zwar ihre jugendliche Vitalität wiedergewinnen werden aber sie werden sich immernoch den sehr schwierigen und aufwendigen Prozeduren unterziehen müssen, die ich auf meinen Wissenschaftsseiten beschreibe. Sie werden einige dieser Dinge, vielleicht sogar alle, wiederholt auf sich nehmen müssen, wahrscheinlich mindestens alle zehn Jahre. Da werden die großen Pharmafirmen recht gerne mitmischen wollen. Effektive Lebensverlängerungsmedizin erfüllt alle ihre Vorraussetzungen für ein sehr attraktives Produkt.

Religiöse Leute sind nicht aufgrund von ihrer Religion gegen Lebensverlängerung. Alle Glaubensrichtungen vertreten die Lehre, dass das Leben heilig ist, und dass der Tod nicht beschleunigt werden soll, auch wenn das Leben nach dem Tod noch um einiges besser sein mag als dieses. Aber religiöse Menschen haben die gleiche mentale Sperre, die auch sonst jeden davon abhält, vernünftig über die Lebensverlängerung nachzudenken: Sie haben sich freiwillig selbst einer Gehirnwäsche unterzogen, die ihnen suggeriert, dass das Altern eigentlich eine gute Sache ist. Das ist nunmal die leichteste Methode, mit etwas klar zu kommen, dass ebenso schrecklich wie unausweichlich ist. (Natürlich glauben die meisten Leute heutzutage noch, dass es unausweichlich wäre.) Wenn nicht-religiöse Leute realisieren, dass jegliche Argumente gegen die extreme Lebensverlängerung schlichtweg nicht zu halten sind, dann werden sie sich oft aus der Affäre ziehen mit einem Kommentar wie, OK sie sollten eigentlich helfen, SENS so schnell wie möglich zu realisieren, aber ihnen ist gerade einfach nicht danach und überhaupt. Religiöse Menschen sind da ganz anders: Wenn sie einsehen, dass es ihre Pflicht als gute Christen oder Moslems oder was auch immer ist, in einer bestimmten Sache aktiv zu werden, dann werden sie es auch tatsächlich machen. Einige der aktivsten Mitglieder der Lebensverlängerungsbewegung sind tief religiös.

Egal wie weit die Forschung fortschreitet, den Leuten ist das Altern einfach nicht wichtig.

Das ist also eine Aufforderung an mich, Hinweise dafür zu erbringen, dass viele Leute tatsächlich länger leben wollen (Solange sie während der extra-Lebenszeit gesund sind). Derartige Hinweise gibt es massenhaft. Man nennt sie die Anti-aging Konsumindustrie. Wenn Sie die Leute fragen, ob sie gerne bei guter Gesundheit viel länger leben würden, dann werden sie pathetisch und zweideutig und fangen an, über die sozialen und wirtschaftlichen Konsequenzen zu schwafeln. Aber in diesem Fall zeigen Taten mehr als Worte. Außerdem, wenn wir uns fragen, ob die entsprechenden Forschungen gefördert werden sollen, dann ist es ja garnicht die Frage, ob die meisten Leute länger leben wollen. Die Frage ist, ob die meisten Leute glauben, dass jeder sich selbst für ein längeres Leben entscheiden darf, der es möchte.

Sogar wenn die Biogerontologen sagen, dass wir es schaffen können, werden es die Leute nicht glauben.

Meine Strategie hängt davon ab, dass die öffentliche Meinung der übereinstimmenden Meinung der Wissenschaftler folgt, das ist wahr. Es gibt einige Fälle, die man als Gegenbeispiele sehen könnte: Man könnte an den Genmais in Europa denken, oder die Stamzellforschung in den USA. Aber Moment mal! Schaun wir uns diese Beispiele mal genauer an. Die meisten Wissenschaftler glauben, dass genveränderte Anbaupflanzen höchstwahrscheinlich ökologisch unbedenklich sind. Aber kaum ein Wissenschaftler würde sagen, dass sie garantiert völlig ungefährlich sind. Die Frage für die Öffentlichkeit ist also nicht, ob sie den Wissenschaftlern glauben sollen oder nicht, sondern die Frage ist, wie sie den Nutzen gegen das Risiko abwägen. Und natürlich ist der mögliche Nutzen gerechterweise sehr umstritten. Was die Stammzellforschung angeht ist die Frage ebenfalls nicht, ob diese Therapien möglich sind, oder ob sie Heilerfolge hätten. Die Frage ist, ob sie ethisch sind. Das könnte natürlich mit SENS auch passieren. Aber sehen Sie mal, was mit der Stammzellforschung im Moment passiert: Sie ist in Amerika nicht so schnell, wie sie es sein könnte, aber immer noch ziemlich schnell und schneller als überall sonst. Das liegt hauptsächlich an der weitreichenden Unterstützung der Gesellschaft, die auf diesem Gebiet von der übereinstimmenden Meinung der Wissenschaftler aufgeklärt und bestärkt wird.


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